Archive for the ‘Anwalt Polen’ Category

80 neue Rechtsberater in Stettin zugelassen!

Dienstag, August 25th, 2009

Der Anwaltsmarkt wird auch in Polen immer schwieriger. Die Anwaltsdichte in Polen ist zwar immer noch nicht bei weiten so groß, wie in Deutschland, aber sie wächst sprunghaft.Die Rechtsanwälte in Polen beschweren sich über den immer stärker werdenden Nachwuchs. Im Raum Stettin (Polen) war es vor 10 Jahren noch so, dass pro Jahr ungefähr 2 bis 3 neue Rechtsanwälte (Adwokat) und um die 5 Rechtsberater (Radca Prawny) zugelassen wurden. Die Zahlung der Neuzulassungen sind mittlerweile “explodiert”. Dies beunruhigt die Anwaltschaft in Polen und die Rechtsanwälte aus Stettin natürlich. Wer ist schon erfreut, wenn der Nachwuchs immer zahlreicher wird?Dazu muss man sagen, dass der polnische Rechtsanwalt im Verhältnis zum Einkommen in Polen weitaus überdurchschnittlich verdient. Früher war es schwer Anwalt in Polen zu werden, da die Anwaltschaft selbst die Zulassung beeinflussen konnte. Dies ist heutzutage nicht mehr so.Eine Steuerung der Zulassung kann man derzeit faktisch nur über den Schwierigkeitsgrad der Prüfung zum Referendariat erreichen. In Polen gibt es kein Staatsexamen. Stattdessen muss für das Referendariat eine Prüfung abgelegt werden, die in den letzten 2 Jahren sehr schwierig war. Nur ein Bruchteil der Prüfling hat die Prüfung bestanden.Rechtsanwalt A. Martin – Kanzlei Stettin (Polen) 

Keine Vollstreckung von Bußgeldern aus Polen in Deutschland

Dienstag, Juli 7th, 2009

Eine Vollstreckung von Bußgeldern aus Polen in Deutschland ist immer noch nicht möglich. Ein Gesetzgebungsvorhaben der Bundesregierung, wonach eine europaweite Vollstreckung von Bußgeldern möglich ist, ist immer noch nicht realisiert worden und wird wahrscheinlich auch nicht mehr im Jahr 2009 in Kraft treten.Ein Vollstreckungsabkommen – wie z.B. zwischen Deutschland und Österreich – gibt es zwischen Polen und Deutschland nicht, so dass eine Vollstreckung der Bußgelder im jeweils anderen Land nicht möglich ist.Übrigens auch eine Übertragung von Punkten vom jeweils anderen Land ist nicht möglich, auch wenn Ihnen vielleicht die polnische Polizei etwas anderen erzählen möchte.Rechtsanwalt Polen – A. Martin – Kanzlei Stettin 

Straßenverkehr in Polen – was ist zu beachten?

Sonntag, Juni 28th, 2009

Ein Beitrag von RA A. Martin – Anwalt in Polen Wer in Polen als Tourist mit dem Auto unterwegs ist, sollte einige Dinge beachten:1. TempoObwohl in Ortschaften in Polen die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h gilt, hält sich kaum ein Pole daran. Die Polen sind rasante Autofahrer. Geschwindigkeit geht in Polen vor Rücksicht; dies ist leider so. Auch im Kreisverkehr wird gnadenlos auf Tempo gesetzt. Der deutsche Autofahrer sollte nicht versuchen das Tempo in Polen mitzufahren. Die Polen vor Ort kennen ihre Stadt besser und wissen, wo man eben auch mal auf die Bremse treten muss.2. PolizeiDie Polizei in Polen hat im Ausland – und nicht nur dort – den Ruf gegen Zahlung einer kleinen “Spende” schon mal ein Auge zu zudrücken. Auf keinen Fall sollte man versuchen die Polizisten vor Ort zu bestechen. Dies kann ganz böse enden. Ansonsten stimmen die meisten Horrorgeschichten nicht.2. ZebrastreifenEtwas übertrieben gesagt, muss man leider feststellen, dass der Fußgänger in Polen in der Hackordnung der Straße ganz unten steht. An Fussgängerüberwegen hält man in Polen selten an. Fussgängen überqueren in Polen häufig im Laufschritt die Straße. Ich kann Ihnen nur soviel sagen, dass dies leider nicht ohne Grund so ist.3. Überqueren der Straße als Fussgänger außerhalb der ZebrastreifenIn Polen gibt es ein Ticket, wenn man als Fussgänger die Straße außerhalb der Überwege überquert. Warum?  Wer den vorherigen Absatz gelesen hat, weiß, dass der normale Pole es mit seiner Ehre als Autofahrer nicht vereinbaren kann an einen Fußgängerüberweg zu halten. Nun können Sie sich ja vorstellen, wie groß die Bereitschaft in Polen ist Fußgänger die normale Straße überqueren zu lassen.4. Unall in PolenBei Verkehrsunfällen in Polen sollte man immer die Polizei rufen, so dass der Unfall aufgenommen werden kann. Ansonsten kann es erhebliche Probleme bei der späteren Durchsetzung des Schadens geben.Anwalt Martin – Rechtsanwalt Berlin-Stettin-Löcknitz 

Vorkasse in Polen?

Dienstag, Juni 16th, 2009

Vorkasse in Polen?In Polen hat man ein anderes Verhältnis zum Bargeld, um dies einmal so auszudrücken. Bei Anwälten in Polen ist es z.B. üblich, dass Vorkasse in bar genommen wird.  Die Zahlungsmoral in Polen lässt allgemein zu wünschen übrig – in Deutschland ist dies ja leider auch schon so – so dass in Polen sehr häufig Vorkasse und diese in Bar genommen wird.Allerdings sollte darauf geachtet werden,dass Zahlungen ab einer bestimmten Größenordnung auch in Polen bargeldlos über das Firmenkonto abgewickelt werden müssen. Ansonsten gibt es Problem mit dem Finanzamt in Polen.Grenzüberschreitend ist darauf zu achten, dass auf Nachfrage ebenfalls Bargeld angemeldet werden muss. Dies gilt auch bei Einzahlung von Bargeld auf Bankkonten. Auch hier muss ab einer bestimmten Größenordnung eine Meldung durch die Bank erfolgen.Sofern mehr Informationen benötigt werden, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung!Rechtsanwalt Polen – A. Martin – Kanzlei Berlin-Löcknitz-Stettin 

Strafverfahren in Polen bei Verkehrsunfall

Dienstag, Juni 9th, 2009

Strafverfahren in Polen bei VerkehrsunfallWas viele Deutsche nicht wissen, ist das bei einem verschuldeten Verkehrsunfall in Polen durchaus ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung auf sie zukommmen kann.In Deutschland leitet die Staatsanwaltschaft auch häufig ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen dne Unfallverursacher ein, wenn beim Verkehrsunfall jemand verletzt wurde. Hier droht aber faktisch in den wenigstens Fällen eine Verurteilung. Das Verfahren wird meist nach § 170 Abs. 2 StPO (fehlender Verdacht) mit der Begründung eingestellt, dass bei Verkehrsunfällen es ohnehin vom Zufall abhängt, ob jemand am Körper verletzt wird oder nicht. Lediglich in Fällen, bei denen Personen schwer verletzt wurden und / oder der Unfall mit groben Verschulden herbeigeführt wurde, ist tatsächlich mit einer Hauptverhandlung vor dem Strafgericht zu rechnen.Anders in Polen. In Polen wird nicht bei jedem Unfall mit Verletzten eine Strafverfahren eröffnet. Hier kann bei leichten Verletzungen die Sache schon mit einem Bußgeld abgegolten werden. Liegt aber bei einem Verletzten (außer beim Verursacher) eine Körperverletzung vor, die länger als 7 Tage andauert, dann ermittelt die polnische Staatsanwaltschaft gegen den Verursacher wegen fahrlässiger Körperverletzung. Es spielt dabei keine Rolle, welche Nationalität die Verletzen haben. Auch kommt es auf eine Strafanzeige nicht an. Selbst, wenn die Verletzten Mitreisende im eigenem Auto waren, wird die Staatsanwaltschaft in Polen ermitteln.In Bezug auf die Dauer der Verletzungsfolgen fordert die polnische Staatsanwaltschaft dann die ärztlichen Unterlagen – notfalls aus Deutschland – an. Ein Gutachter bestimmt notfalls, ob die Verletzung länger als 7 Tage andauerte.Das Problem ist, dass das polnische Strafgesetzbuch als Rechtsfolge bei einer Verurteilung nur Freiheitsstrafe und keine Geldstrafe vorzieht. Natürlich wird auch in Polen beim Ersttäter die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, allerdings ist eine Verurteilung zur Freiheitsstrafe zur Bewährung natürlich ein Makel, den sich niemand aussetzen möchte.Von daher sollte die Betroffene schon nach dem ersten Kontakt mit der Polizei sich um einen Rechtsanwalt in Polen bemühen.RA A. Martin – Rechtanwalt Berlin-Marzahn